Zusammenfassung
- Der EuGH hat in einem Fall zur Anwendung der europäischen Kontosicherungsverordnung entschieden.
- Die Klage wurde von einem österreichischen Spieler eingereicht, der auf die Zahlung eines Glücksspielunternehmens wartet, das er in seinem Heimatland verklagt hat.
- Der EuGH wollte lediglich klären, welche Faktoren nationale Gerichte bei einer Urteilsfindung berücksichtigen sollten.
Inhalt
Ein neues Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) könnte die Anwendung grenzüberschreitender Durchsetzungsmaßnahmen gegen in der Europäischen Union ansässige Glücksspielunternehmen mithilfe bestehender Mechanismen wie der Europäischen Kontosicherungsanordnung weiter präzisieren. Es ist jedoch noch zu früh, um abzuschätzen, ob die Entscheidung des EuGH zu praktischen oder einheitlichen Durchsetzungsergebnissen führen wird. Zwar löst das jüngste Urteil nicht das Problem der Offshore-Anbieter, die EU-Bürger ins Visier nehmen, doch könnte die Entscheidung des EuGH im Fall des österreichischen Anbieters TQ eines Tages den Weg für eine strengere Anwendung der Glücksspielgesetze über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinweg ebnen.
Wer ist TQ, und warum ist sein Fall von Bedeutung?
TQ ist ein österreichischer Spieler, der Mr Green, eine Glücksspielwebsite mit einer Lizenz der Malta Gaming Authority (MGA), erfolgreich vor österreichischen Gerichten verklagte. Der Spieler hatte etwa zwei Jahre (2017–2019) auf der Plattform von Mr Green gespielt und dabei Verluste in Höhe von 62.878 € angehäuft. TQ gewann den Prozess gegen das Unternehmen schließlich in Österreich mit der Begründung, dass ihm die Verluste erstattet werden müssten, da Mr Green keine Lizenz in Österreich besaß, der Spieler aber dennoch auf die Plattform zugreifen und die Verluste anhäufen konnte. TQ erhielt nach dem Gerichtsurteil keine Rückerstattung und beantragte daraufhin eine europäische Kontosicherungsanordnung, die es ermöglicht, gegen einen Schuldigen in der gesamten Europäischen Union vorzugehen.
Die Folge
Der EuGH hat nun entschieden, dass nationale Gerichte unter bestimmten Umständen grenzüberschreitende Vermögenssicherungsmaßnahmen mithilfe bestehender EU-Mechanismen anstreben können. Insbesondere Malta verfügt über sehr spezifische nationale Gesetze, die die Glücksspielindustrie schützen können. Artikel 56A könnte lokal lizenzierte Glücksspielunternehmen vor Strafverfolgung im Ausland schützen. Die Europäische Vermögenssicherungsverordnung zielt jedoch auch auf Konten in Irland, Luxemburg, Malta und Schweden ab. TQ strebt eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit an, um die ihr zustehenden Gelder zu erhalten. Der EuGH hat darauf hingewiesen, dass nationale Gerichte bei der Beurteilung, ob eine Vermögenssicherungsmaßnahme gewährt werden soll, das grenzüberschreitende Risiko berücksichtigen können. Er betonte jedoch auch, dass Gesetze wie Artikel 56A, die auf einem nationalen Glücksspielrahmen basieren, ebenfalls wichtig und relevant sind und bei der Urteilsfindung berücksichtigt werden müssen. TQ hat bereits angedeutet, dass Herr Green versuchen könnte, seine Vermögenswerte aus den anderen Jurisdiktionen nach Malta zu transferieren und dort zu sichern. Die geschuldete Summe erscheint jedoch zu gering, als dass die Plattform ihre Vermögensverwaltung in der gesamten EU grundlegend ändern würde. Bildnachweis: Unsplash.com Dateien per Drag & Drop hochladen oder hier klicken. Wir konnten die Sprache Ihrer Antwort nicht erkennen. Bitte wählen Sie Ihre Sprache aus den folgenden Optionen. Ihr Beitrag wurde zur Überprüfung an die Forenadministratoren weitergeleitet, um sicherzustellen, dass er unseren Community-Richtlinien entspricht. Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden eine E-Mail mit dem Ergebnis.
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